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Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Geschlecht und Diversität

Geschlechtliche Zuordnungen beeinflussen Bildungsprozesse und sind von besonderem Gewicht, weil sie verkörpert werden. Zugleich stehen Geschlechterverhältnisse in Wechselwirkungen mit anderen sozialen Unterscheidungen, wie bspw. nationale und kulturelle Zuordnungen oder Klassenverhältnisse. Die erziehungswissenschaftliche Frauen- und Geschlechterforschung hat wesentlich dazu beigetragen, den Anspruch auf Gleichberechtigung im Zugang zu Bildung zu artikulieren und historisch zu rekonstruieren. Das Plädoyer für Gleichheit wird dabei mit dem Recht auf Differenz in Beziehung gesetzt. Geschlechterdifferenz wird offen gehalten für eigensinnige Positionen in Auseinandersetzung mit der gesellschaftlich dominierenden zweigeschlechtlichen Ordnung.

Das Feld von Geschlecht und Diversität fordert die Selbstreflexion pädagogisch Handelnder heraus. Diversität steht für die Auseinandersetzung mit Unterscheidungspraktiken und mit der immanenten gesellschaftlichen Pluralität. Damit aus Diversität nicht Diskriminierung wird, sind die Wirkungen machtvoller Zuschreibungen zu untersuchen, die in Bildungsinstitutionen ausgeübt werden. In Forschung und Lehre werden Perspektiven für eine migrationsgesellschaftlich zeitgemäße und rassismuskritische Bildungsarbeit entwickelt.