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Aktuelles & Ankündigungen

AG Migration, Flucht, Rassismuskritik

digitale Vortragsreihe im SoSe 2021 zum Schwerpunkt FLUCHT, MIGRATION und BILDUNG: Do, 24.06. - Mi, 30.06. - Fr, 09.07. - Mi, 14.07.

Die seit mehr als einem Jahr bestehenden Corona-Pandemie hat zu einem öffentlichen (bildungs-)politischen und medialen Diskurs um die erschwerte Umsetzung und Wahrnehmung von Bildungsmöglichkeiten geführt. In den Hintergrund geraten dabei oftmals jedoch nicht nur die bereits seit vielen Jahren bestehenden Ungleichheitsstrukturen im deutschen Bildungssystem, sondern auch die besondere Lage von (neu) migrierten und geflüchteten Kindern- und Jugendlichen. Ebenso wird die prekäre (Bildungs-)Situation von Geflüchteten in Außenlagern der EU oder in Ländern wie der Türkei kaum thematisiert – obwohl die EU mit ihrer Migrations- und Flüchtlingspolitik (u.a. durch das EU-Türkei-Flüchtlingsabkommen oder der Einrichtung von Flüchtlingscamps wie Moria) erheblich zu diesen Verhältnissen beiträgt.

Vor diesem Hintergrund hat die AG Migration, Flucht Rassismuskritik für das SoSe 21 eine öffentliche Vortragsreihe konzipiert, die in Kooperation mit dem Schwerpunkt Kindheitsforschung und der Berufs- und Weiterbildung des Instituts für Erziehungswissenschaft sowie dem In-Touch-Programm an der Bergischen Universität Wuppertal stattfindet und sich dem Themenkomplex ‚Flucht, Migration und Bildung widmen. Mit einem vielfältigen Programm setzt die AG damit einen Fokus auf die häufig dethematisierte Lebens- und Bildungsbedingungen von geflüchteten/migrierten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.

Wir freuen uns auf einen regen Austausch und spannende Diskussionen, zu der alle Interessierten herzlich eingeladen sind. Alle Veranstaltungen werden Pandemie-Bedingt online stattfinden.

24.06.: Die Verhandlung von Bildungsausschlüssen und -zugängen von schutzbedürftigen Kindern und Jugendlichen im europäischen Grenzregime, Ellen Kollender (Vortragsreihe Flucht, Migration und Bildung)

Do. 24. Juni       16 .00 - 18.00 Uhr c.t.

Im Zuge europäischer Migrations- und Grenzpolitiken wurde und wird die Universalität der Menschenrechte immer wieder in Frage gestellt. So auch das Recht auf (diskriminierungsfreie) Bildung. Dies zeigt auf besonders eklatante Weise die Situation der Kinder in den Lagern auf den griechischen Inseln, denen das Recht auf Bildung vielfach verwehrt wird. Neben expliziten Formen des Bildungsausschlusses, sind im Kontext des europäischen Grenzregimes auch zahlreiche subtile Ausschlüsse im internationalen Bildungssystem zu beobachten. Dies zeige ich mit Blick auf Bildungsprogramme und -projekte, die im Rahmen des sog. EU-Türkei-Deals in den letzten Jahren initiiert wurden. Im Rahmen der Analyse politischer Dokumente sowie qualitativer Interviews mit zivilgesellschaftlichen Bildungsinitiativen frage ich nach Verschränkungen des europäischen Grenzregimes, hierin gezogener materieller und symbolischer Grenzen, mit einem internationalen Bildungsregime und ihren Folgen für die Gestaltung diskriminierungssensibler Bildungsräume in der Türkei. Dabei zeichne ich u.a. nach, wie marktförmige Logiken, die im internationalen Bildungsregime zunehmend Einzug halten, mit den Selbstverständnissen und dem Handeln lokaler Bildungsakteure interagieren und so einem technischen Verständnis von Bildungsgerechtigkeit sowie einer weiteren Marginalisierung von (bestimmten) geflüchteten Kindern und Jugendlichen im Bildungssystem Vorschub leisten. Der Vortrag problematisiert die sich aktuelle vollziehende ‚Auslagerung‘ von Fragen gerechter Bildungsteilhabe – von der EU auf (lokale) Bildungsakteure in der Türkei – und stellt die (Un-)Möglichkeiten globaler (Bildungs-)Solidarität mit Geflüchteten zur Diskussion. 

Ellen Kollender ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Arbeitsbereich für interkulturelle und vergleichende Bildungsforschung an der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg. In ihrer aktuellen Forschung beschäftigt sie sich mit dem ‚EU-Türkei-Deal‘ und dessen Rolle im internationalen Bildungsregime sowie dessen Auswirkungen auf nationalstaatliche Bildungspolitiken und -praktiken im Umgang mit Flucht/Migration. In ihrem Projekt “Voices of civil society actors on inclusive education in times of forced migration: Case studies in Germany and Turkey”,  dem sie 2019/2020 als Mercator-Fellow am Istanbul Policy Center der Sabancı University nachging, beschäftigte sie sich darüber hinaus mit zivilgesellschaftlicher Bildungsinitiativen und ihrer Rolle bei der Gestaltung diskriminierungssensibler Bildungsräume in Deutschland und der Türkei, sowie mit Fragen transnationaler (Bildungs-)Solidarität.

Mit diesem Link und den Zugangsdaten können Sie dem ZOOM-Vortrag beitreten:

https://uni-wuppertal.zoom.us/j/92453287011?pwd=VUsrMFZIMkZyRGNyMVNJdFg3VkhjUT09 

Meeting-ID: 924 5328 7011   Passwort: y7z1Z92E

30.06.: Kolloquiumsvortrag Berufs- und Weiterbildung (Vortragsreihe Flucht, Migration und Bildung)

Mi. 30. Juni       18 .00 - 20.00 Uhr c.t.

Bildungsprozesse in ohnmächtig machenden Verhältnissen. Zur Situation von Menschen mit prekären Aufenthaltstiteln in Deutschland, Nikolai Huke

Unter diesem Link können Sie dem ZOOM-Vortrag beitreten:

https://uni-wuppertal.zoom.us/j/95047255595?pwd=QkRnZVN2bDFtZkVwalNFSm1TZXJMUT09

Meeting-ID: 950 4725 5595 Passwort: Z0Jc5URr

09.07.: Kolloquiumstag Kindheit und Kindheitsforschung im Kontext von Fluchtmigration (Vortragsreihe Flucht, Migration und Bildung)

Fr. 09. Juli        10 .00 - 13.00 Uhr c.t.

Handlungs-Spiel-Räume von jungen Kindern in Unterkünften für Geflüchtete.                    

(Sarah Fichtner, Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie Berlin)

Perspektiven von Kindern auf Flucht in intersektionaler Perspektive – empirische Erkenntnisse und methodologische Reflexionen der 4. World-Vision Kinderstudie.

(Melanie Kuhn, Pädagogische Hochschule Heidelberg)

Unter diesem Link können Sie dem ZOOM-Vortrag beitreten:

(Aktuelles - - BERGISCHE UNIVERSITÄT WUPPERTAL (uni-wuppertal.de)

14.07.: Literarische Lesung & Vorstellung der AG-Arbeit und des InTouch-Programms (Vortragsreihe Flucht, Migration und Bildung)

Mi.14. Juli           18 .00 - 20.00 Uhr c.t

„Weggehen bedeutet ein wenig zu sterben. Ankommen bedeutet nie anzukommen." 

Literarische Lesung von Studierenden mit Fluchterfahrung. Abdulrahman Alasaad und Wael Kayyali

(InTouch Bergische Universität Wuppertal)

Mit diesem Link und den Zugangsdaten können Sie dem ZOOM-Vortrag beitreten:

https://uni-wuppertal.zoom.us/j/92035337392?pwd=MjJQRHFXMmJiNGFZSlNYOGVsNWMyQT09 

Meeting-ID: 920 3533 7392   Passwort: Fb4Vh1Ly