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Sozialpädagogik mit dem Schwerpunkt sozialpolitische Grundlagen

Prof. Dr. Fabian Kessl

Arbeitsgruppe »Sozialpädagogik mit Schwerpunkt sozialpolitische Grundlagen«

Soziale Arbeit ist seit dem 19. Jahrhundert als Teil des »wohlfahrtsstaatlichen Arrangements« (Franz-Xaver Kaufmann) in vielen Industriegesellschaften etabliert worden. Seit den 1980er Jahren unterliegt diese personenbezogene soziale Dienstleistung einer grundlegenden Transformation – wiederum als Teil des Veränderungsprozesses der bisherigen Sozialstaaten insgesamt. Insofern ist Soziale Arbeit immer von sozialpolitischen Programmen abhängig, aber auch selbst eine sozialpolitische Akteurin. Als pädagogische Instanz gestaltet sie die Veränderung von Bildungs-, Erziehungs- und Sorgeverhältnissen mit.

Die im 21. Jahrhundert andauernden Transformationsprozesse des Sozialen bilden einen Schwerpunkt in den Forschungs- und Lehrtätigkeiten der Arbeitsgruppe. Der damit fokussierte Zusammenhang von (sozial-)politischen und (sozial-)pädagogischen Strategien und Maßnahmen stellt einen weiteren Schwerpunkt des wissenschaftlichen Engagements der Wissenschaftler*innen der Arbeitsgruppe dar. Welche Form nimmt die Gestaltung pädagogischer Prozesse im veränderten Wohlfahrtsstaat an? Inwiefern und in welcher Weise kommt Soziale Arbeit ihrer Aufgabe politischer Partizipation nach? Solche Fragen werden mit Blick auf die Institutionalisierung und Organisation pädagogischer Prozesse und das fachliche Selbstverständnis (sozial-)pädagogischer Fachkräfte historisch, theoretisch und empirisch analysiert.

Untersuchungsfelder stellen dabei vor allem die bundesdeutsche Jugendhilfe und spendenbasierte Angebote in ihrer unterschiedlichen Ausprägung (v.a. ›neue Mitleidsökonomie‹: Tafeln, Suppenküchen, Kleiderkammern) dar.

Die Arbeitsgruppe sieht sich dabei in ihrem Engagement in Forschung, Lehre wie wissenschaftlicher Begleitung einem Modell kritisch-reflexiver und situativer Professionalität verpflichtet. Dieses zielt darauf, (zukünftigen) Fachkräften in den Feldern Sozialer Arbeit eine systematische Kontextualisierung ihres Tuns und eine sichtbare Positionierung in Bezug auf die Gestaltung der öffentlichen Erziehungs-, Bildungs- und Sorgeprozesse zu ermöglichen.