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Master of Arts Kindheit, Jugend, Soziale Dienste

Profil und Inhalt des Studienganges

Profil des Studienganges

Im Zentrum des Masterstudienganges "Kindheit, Jugend, Soziale Dienste" stehen Kindheit  und Jugend als gesellschaftlich konstituierte Lebenslagen und Lebenssituationen sowie die damit verbundenen institutionellen Formen ihrer professionellen Bearbeitung mit den entsprechenden Ermöglichungs- und Problemkonstellationen. Diese sind in gegenwärtigen Gesellschaften zu einem herausgehobenen Gegenstand gesellschafts- und sozialpolitischer Diskussionen und Politikstrategien geworden. Zentrales Phänomen ist dabei die "Institutionalisierung der Kindheit". Bestehende Einrichtungen und Programme – so etwa im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe - werden kontinuierlich ausgebaut und an die veränderten Gegebenheiten angepasst, neue Formen von Interventionsweisen entwickelt und implementiert. Entsprechend lassen sich in diesem Bereich verstärkte Professionalisierungsprozesse verzeichnen.

Vor diesem Hintergrund bietet der interdisziplinär angelegte Masterstudiengang "Kindheit, Jugend, Soziale Dienste" ein neuartiges akademisches Ausbildungsprofil, das der gewandelten Situation im Handlungsfeld der institutionellen und professionellen Auseinandersetzung mit den Lebenssituationen von Kindern und Jugendlichen in gegenwärtigen Gesellschaften Rechnung trägt. Im Masterstudiengang soll ein "empirischer Blick" auf den Gegenstand der Sozialen Arbeit entwickelt werden. Als forschungsorientierter Masterstudiengang vermittelt er auf akademischem Niveau sowohl die analytischen Kompetenzen als auch das wissenschaftlich fundierte Wissen für professionelles Handeln, wie es im Rahmen der strategischen und konzeptionellen Aufgaben von Behörden, Verwaltungen, Wohlfahrtsverbänden, Freien Trägern, Selbsthilfeorganisationen und Schulen in diesem Bereich nachgefragt wird.

Absolventen vorgängiger Studiengänge (Bachelor- oder Diplomstudiengängen) mit erziehungs- und/oder sozialwissenschaftlichen Studienanteilen bietet der Masterstudiengang "Kindheit, Jugend, Soziale Dienste" – in einer Regelstudienzeit von vier Semestern - eine systematische Spezialisierung und Vertiefung sozialpädagogischer und sozialwissenschaftlicher Kenntnisse sowie analytischer und konzeptioneller Kompetenzen. Mit seiner expliziten Wissenschafts- und Forschungsorientierung sind die Absolventinnen und Absolventen primär im Rahmen konzeptioneller, planerischer, strategisch-sozialpolitischer, evaluatorischer sowie empirisch forscherischer Aufgaben einsetzbar. Insbesondere stellt er eine weiterführende postgraduale Perspektive für Absolvent/innen mit dem Qualifikationsziel Promotion dar.

Inhalt des Studienganges

Der Studiengang umfasst insgesamt 9 Module. Das Zentrum des Studiums bildet das Lehrforschungsmodul V, in dem die forschungsmethodischen und forschungspraktischen Kompetenzen zur Durchführung empirischer Forschungsarbeiten erworben und in realen Forschungsprojekten erprobt und reflektiert werden. Ihm sind vier Kernmodule vorgelagert, in denen die theoretisch-fachwissenschaftliche Grundlage für die Ausbildung analytischer Kompetenzen erarbeitet wird. Zwei Wahlpflichtmodule ermöglichen individuelle Vertiefungen – in der Kindheitsforschung und den Grundlagen der Erziehungswissenschaft.

Das Kernmodul I "Strukturanalyse gegenwärtiger Gesellschaften" vermittelt unter Bezug auf Fragen von Erziehung und Bildung grundlegende Kenntnisse hinsichtlich der Struktur und Funktionsweise moderner Gesellschaften im Kontext globaler Entwicklungen. Studierende sollen in die Lage versetzt werden, die Strukturiertheit von Gesellschaft analytisch zu durchdringen und im Hinblick auf die Konsequenzen für Kinder- und Jugendliche sowie die Bearbeitung ihrer Lebenslagen zu befragen.

Im Kernmodul II "Theorie, Geschichte und Handlungsfelder Sozialer Arbeit" werden grundlegende theoretische und historische Dimensionen Sozialer Arbeit unter systematischem Bezug auf sozialpolitische und wohlfahrtsstaatliche Rahmungen erworben. Studierende sollen die theoretischen Konzepte Sozialer Arbeit in ihren historischen wie sozialstaatlichen Kontext einordnen können und auf dieser Basis eine reflexiv begründete Perspektive für das eigene professionelle Handeln entwickeln.

Das Kernmodul III "Kindheit und Jugend in institutionellen Arrangements" vermittelt vertiefende Kenntnisse und analytische Kompetenzen hinsichtlich der institutionellen und professionellen Bearbeitung der Lebenslagen von Kindern und Jugendlichen im Rahmen der Institutionen der Jugendhilfe und der Schule. Studierende sollen die grundlegenden Strukturmerkmale des Handlungsfeldes Kinder- und Jugendhilfe in Bezug auf die Lebenslagen von Kindern und Jugendlichen unter besonderen Fragestellungen analysieren sowie institutionelle und professionellen Konzepte reflexiv durchdringen können.

Im Zentrum von Kernmodul IV "Soziale Dienstleistung" steht die Aneignung grundlegenden Wissens zur Theorie und Empirie sozialer Dienstleistungserbringung unter systematischer Berücksichtigung der Nutzer/innenperspektive und unter Einbeziehung neuerer Ansätze im Bereich der Restrukturierung sozialer Dienstleistungen. Studierende sollen in der Lage sein, institutionelle und professionelle Bearbeitungsformen der Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen aus deren Perspektive zu analysieren und rekonstruieren sowie eigene Handlungsstrategien in Auseinandersetzung mit aktuellen Entwicklungstendenzen in den Sozialen Diensten erarbeiten zu können.

Das Kernmodul V "Lehrforschungsmodul" ist auf den Erwerb methodologischer, forschungmethodischer und forschungspraktischer Kompetenzen ausgelegt. In engem Zusammenhang mit realen Forschungs-arbeiten der Lehrenden werden in einem vorgängigen Seminar zur Thematik der Lehrforschungsprojekte zentrale Dimensionen des Forschungsfeldes, der Stand der empirischen Forschung sowie grundlegende forschungsmethodologische und forschungsmethodische Kenntnisse erarbeitet. Im anschließenden Forschungsprojekt sollen in Kleingruppen die Forschungsfragestellungen, das Forschungsdesign entwickelt, die Datenerhebung-, -auswertung und –interpretation erprobt sowie die Abfassung von Forschungsberichten durchgeführt werden.

Dies geschieht jeweils unter systematischer Einbeziehung integrierter forschungsmethodischer Studienanteile, die zum Zeitpunkt ihrer Anwendung vermittelt werden. Studierende sollen einen analytisch-empirischen Blick entwickeln sowie eigene Forschungsvorhaben eigenständig umsetzen und darstellen. Hierbei ergibt sich die Möglichkeit zur systematischen Weiterführung im Rahmen der Masterthesis

Das Wahlpflichtmodul VIa "Pädagogik der frühen Kindheit / Kindheitsforschung" dient der Aneignung grundlegenden Wissens über die Bedingungskonstellationen der Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen im Spannungsfeld institutioneller und professioneller Bearbeitungskontexte. Studierende sollen die Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen in ihrem gesellschaftlichen Bedingungsgefüge sowie in ihren institutionellen wie professionellen Formen der Bearbeitung analysieren können.

Das Wahlpflichtmodul VIb "Grundlagen der Erziehungswissenschaft" dient dem Erwerb grundlegenden erziehungswissenschaftlichen Reflexionswissens. Das Studium dieses Wahlpflichtmodules ist insbesondere sinnvoll für Studierende, die im vorgängigen Studium mit Bachelor- oder Diplomabschluss keine erziehungswissenschaftlichen Anteile im bestimmten Umfang studiert haben. Studierende sollen erziehungswissenschaftliche Argumentationen und Kategorien zur kritisch-reflexiven Durchdringung der strukturellen wie normativen Rahmungen sowie zur Begründung eigenen professionellen Handelns nutzen.

Im Abschlussmodul VII "Masterthesis" soll der Nachweis über die fachlich kompetente, eigenständige Bearbeitung einer für die Soziale Arbeit relevanten Fragestellung mit wissenschaftlichen Methoden erbracht werden. Mit dieser Qualifizierung für die wissenschaftliche Betätigung ist zugleich die Eröffnung der formalen Möglichkeit zur Promotion gegeben. Dabei soll erkennbar werden, dass ein wissenschaftlicher Beitrag zur Weiterentwicklung disziplinärer Fragestellungen geleistet werden kann. Das Thema der Masterarbeit kann insbesondere in einem Zusammenhang mit der Forschungstätigkeit im Lehrforschungsprojekt stehen. In einem begleitenden Kolloquium sollen die Fragestellung und die Ergebnisse der Masterarbeit präsentiert und der Nachweis über die Verteidigung und Kontextuierung der Arbeit im wissenschaftlichen Diskurs geführt werden.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Prüfungsordnung und dem Modulhandbuch.